essen und trinken hält leib und seele zusammen
Kaum ein Festessen lässt sich so entspannt vorbereiten und genießen: Raclette. Hier nicht im Bild: Rehfleisch und Kartoffeln. Und selbstgebackenes Brot gab es auch. Zum Dessert ein prächtiger Flan.


... ist eine jute Jabe Gottes, und so gab es am zweiten Feiertag denn auch den klassischen Gänsebraten mit Rotkraut und Knödeln und zum Dessert eine Maronimousse mit Glühweingelee und Vanillesauce.

Da am ersten Feiertag mittags die Reste von Heilig Abend vertilgt wurden, konnte man sich am Abend etwas Feinkost gönnen: Gefüllte Eier und einen russischen Thunfischsalat.

Traditionen und Rituale helfen: Das sehr traditionelle Weihnachtsmenü beinhaltete natürlich eine feine Karpfensuppe, Forelle mit Kartoffelgratin und Salat. Das Dessert, das ja am ehesten variiert, war in diesem Jahr Vanille- und Schokoeis mit Schokocrumble und Sauerkirschen.




Ein tolles Sonntagsessen: Lende geschmort mit einer Sahnesauce, die mit Apfelscheiben und Calvados verfeinert wird. Dazu ein klassisches Schweizer Röschti, Schwarzwurzel und noch einigen geschmorten Apfelscheiben extra.
Grünkohl schmeckt auch sehr gut, wenn man ihn ohne Fleisch oder Wurst kocht, aber so ein Topping aus gebratener "Ruu Worscht" (Knobelinchen) ist dann doch was feines. Und Spiegelei passt auch sehr gut. Quasi Spinat mit Ei, aber mit Grünkohl. Und soo gesund!
Auch eine Premiere: Zumindest in meiner Erinnerung habe ich noch nie Grünkohl gekocht. Ist das Monster erst einmal überwältigt (sprich gewaschen, blanchiert und ausgedrückt), kann man es zu klassischen Grünkohleintopf mit Wurst oder zu Pesto verarbeiten. Ich habe bei der klassischen Gemüsevariante die Wurst weggelassen, Hauptsache, man brät Zwiebeln und Knoblauch an und dünstet den Kohl dann mit etwas Brühe weich. Für die dritte Variante - geröstete Grünkohlblätter - wird der Grünkohl natürlich nicht blanchiert, sondern die Blättchen in Öl gewendet, gewürzt und im Ofen kross gebacken - großartige Chips! Da das Waschen in der Küche sehr aufwendig ist, vor allem wenn, wie üblich, sich die weißen Fliegen im Kohl tummeln, empfiehlt sich das Abbrausen des ganzen Kohls mit dem Gartenschlauch - der Anschluss in der Garage ist auch im Winter aktiv.



Ofengemüse ist mein neuer Liebling: Es gibt kaum ein Gemüse, das man nicht einfach in Stücken mit Salz, Pfeffer und Olivenöl mehr oder weniger lang im Ofen backen könnte. Wenn das Gemüse aromatisch ist, braucht man keine weiteren Zutaten, aber man kann natürlich auch mit Aromen von Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln, Zitronenschale usw. arbeiten. Und es passt zu allem, hier zur Dorade.
Zwei Klassiker und eine neue Sorte: Husarenkrapferl , Vanillekipferl und Spekulatius.



Der Advent brachte den Advents-Gewürzkalender und das erste Gewürz war Tonkabohne mit der Empfehlung, die über das Oatmeal zu reiben. Meine Haferflockenmahlzeit - zwischen Müsli und Porridge/Oatmeal angesiedelt mit Apfel, geriebener Karotte und getrockneten Aprikosen, alles ca. 10 Minuten mit etwas Milch und Wasser geköchelt, gesüßt mit Honig oder Ahornsirup, wurde durch die Tonkabohnen erstaunlich aufgewertet, sie hat einfach ein tolles Aroma.
Walnüsse spielen in der georgischen Küche eine wichtige Rolle. Hier werden sie mit Kräutern zu einer Paste verarbeitet und in Champignons gefüllt, die dann überbacken werden. Rosinen geben der cremigen Sauce eine süße Note.
Ein Klassiker aus der georgischen Küche, zum ersten Mal selbstgemacht: Chatschapuri. Ein Hefeteigfladen mit georgischem Sulguni-Käse (gibt's natürlich bei Kayatuz) und einem Spiegelei, in dessen Flüssigkeit man die Teigenden tunkt. Sehr lecker.
Ein irgendwie asiatisches süßsaures Mischgemüse ist eigentlich nichts besonderes, aber wenn im Herbst die Gemüsesorten so richtig Aroma haben, kann auch das ein Hochgenuss sein. Optisch und auch geschmacklich reizvoll dazu die ebenfalls sehr aromatische Avocado.
Keine Martinsgans, aber eine zum November passende Entenbrust bestritt das Geburtstagsmenü, zusammen mit Polenta und Wurzelgemüse. Als Nachtisch gab es Amarulaeis mit Amarenakirschen. Der Geburtstagskuchen ein altbewährter Klassiker: Käsekuchen mit Mascarpone und Himbeeren.



Rote Beete mit Pflaumen, Buchweizen und Lamm: Die georgische Küche ist von einfachen Zutaten, aber intensiven Aromen geprägt, zu meiner Freude spielt der Schabziegerklee eine herausragende Rolle.
Nach Geburtstagskuchen am Morgen gab es zum Geburtstag ein georgisches Menü: Gebackene Auberginen mit Walnusspaste mit Tkemalisauce marinierter Kürbis, bunter Tomatensalat und Pulpo gallego. Ok, der ist nicht georgisch, war aber halt grad da.




Eine Neuentdeckung: Rote Beete im Ofen gebacken mit Pflaumen (man nimmt aber am besten sehr reife Zwetschgen) und Schalotten. Ein Saisongericht für die kurze Zeit, in denen es Zwetschgen oder gute aromatische, nicht zu wässrige Pflaumen gibt. Abgerundet wird das Gericht mit Chicorée, der dem Erdigen und Süßen eine Bitternote hinzufügt.
Hat sich zufällig so ergeben. Zu Daal passt eigentlich alles.
Ich habe aber gar keine Pierogi gegessen, sondern einen anderen polnischen Klassiker: Hot Dog! Wurst/Bratwurst im Brötchen - genau wie die Pierogi überall auf der Welt zu finden, von Argentinien (Choripan) über Thailand (Sai Ua) bis eben Warschau, wobei der amerikanische Hot Dog meist parallel zur einheimischen Wurst im Brötchen existiert, auch in Polen. Nur dass der amerikanische Hot Dog in den meisten Ländern besser ist als in den USA, vor allem was die Auswahl der Beilagen anbelangt. Der chilenische Hot Dog ist natürlich diesbezüglich unübertroffen, aber der polnische war auch sehr lecker.
Auf der anderen Seite: Im Stadtteil Praga auf der Ostseite der Weichsel, wo sich gerade die hippe Warschauer Kunst- und Craft-Beer-Szene durch den Charme ehemaliger Backsteinindustrieanlagen gentrifiziert, gibt es doch noch schnukkelige Läden "wie früher", wo die Pierogi über die Ladentheke gereicht werden und mindestens genauso gut schmecken wie im Zentrum: im Bistro Prażanka, Radzymińska 32/1.
Sehen sie nicht den Kärntner Nudeln ganz ähnlich? Aber Pierogi sind nicht ganz so dick und zumindest die traditionellen Füllungen (Sauerkraut und Champignons, Kartoffeln und Quark, Hackfleisch) sind in Kärnten nicht üblich. Butter und Zwiebelchen aber schon;)) Hier nun die Pierogi im Restauracja Barbakan, Freta 1, also auf der Ausgehmeile in der Neustadt, wo die schönen Läden sind, etwas teurer, aber gepflegte Atmosphäre. Und gute Pierogi.
Quasi einzige richtige Reise 2020: Zeitzeugenbesuche in Warschau! Mit Warschauexperte Lukasz begaben wir uns auf die Suche nach den besten Pierogi. Erste Station: Das Zapiecek, Nowy Świat 64. Die Pierogi waren gut, dass wir aufgrund einer schlechten Bedienung erst sehr lange ohne zweites Bier da saßen und dann doch noch zu später Stunde ein weiteres trinken mussten, ist bei einem doch eher touristischen Laden nicht das schlimmste, was einem passieren kann;))
Das Wetter am Geburtstag selbst war geeignet für einen Restaurantbesuch (mit Sitzen auf der Terrasse) in Florstadt. Am darauffolgenden Tag zuhause wurden dann die traditoinellen Ribs nachgeholt. Vorspeise: Eight Layers Dip, Dessert: Pumpkin Pie.


Zu den seltenen Zuckerschoten (da einheimisch, nicht aus Kenia oder Simbabwe) gab es, was halt so übrig war: Kartoffeln mit Korianderpesto und etwas, das aussieht wie gedünstete Äpfel mit Chili. Oder Tomaten?
Und hier die süße Variante mit Kletzen, Zwetschgenröster und Butterbröseln. Der Zwetschgenröster ist selbstgemacht, im August hat's in Kärten wunderbare, echte Zwetschgen.
Die nächste Kärntner Spezialität: Maisgrieß. Mais wächst in Kärnten gut und seit langem und hat früher die armen Leute ernährt. Man kann Türkensterz draus machen oder ihn wie hier als Süßspeise kochen, in Form einer Art Salzburger Nocken mit Maisgrieß. Dazu Zwetschgenröster, was sonst?
Die Kärntner Nudel, auch Kärntner Kasnudel, ist eine herausragende Version des globalen Phänomens "Gefüllte Nudeln". Hat die eigentlich schon jemand gesammelt? Pierogi (Polen), Wareniki (Russland), Maultaschen (Schwaben), Ravioli (Italien), Dim Sum (China), Khinkali (Georgien) usw. Die Kärntner schwören auf sehr dicken Teig, kriegen es aber hin, dass er sehr sanft ist, ohne wabbelig zu sein. Die Füllung ist regional bis international: Bergkäse/Speck, Kürbis/Walnüsse, Zucchini/Schafskäse, Pfifferlinge, Ricotta/Spinat und natürlich die süße Variante mit Kletzen (getrockneten Birnen). Selbst gekauft im Rudorfer's Nudelamt in Wernberg. Soße braucht's da eigentlich nicht, etwas geschmolzene Butter reicht schon. Aber gedünstet Zwiebelchen sind natürlich nicht schlecht. Etwas Schmand vielleicht. Eine kleine Tomatensoße ist auch noch nicht übertrieben. Zu den süßen gehören natürlich Butterbrösel. Zwetschgenröster schadet auch nicht, Vanillesoße macht alle glücklich.
Die Kärntner Seeforelle trägt viele Namen und viele Punkte (in diesem Fall), schmeckt aber im Wesentlichen wie eine gute Forelle. Einer der wenigen Fälle, bei denen ein E-Herd besser geht als ein Gasherd: In der Edelstahlpfanne in Butter gebraten, kein Gedöns mit Backofen, Anhängen, Auseinanderfallen.
Ein einfaches Rezept, bei dem man einige falsch machen kann. Backpulver! Ruhen lassen! Eiweiß steif schlagen! Schön dicke Pfannkuchen! Zerreißen! Mit Puderzucker bestreut im Ofen knusprig fertig backen! Zwetschgenröster dazu!
Hummus, Dal, Rote-Beete-Salat, Caprese und deutsches Abendessen - geht alles gut zusammen. Rollmops gab's glaube ich auch noch.
Auch Tajine kann man mit Roter Beete machen, mit Kichererbsen und Rindfleisch. Alles wird gut, wenn es lange im Ofen geschmort wird.
Mit Artischocken (aus dem Glas), Paprika (vor dem Backen enthäutet), Sardellen und schwarzen Oliven. So eine Art Capricciosa.
Der Kirschbaum hängt jedes Jahr voller Kirschen, aber oft regnet es zwei Wochen, bevor sie reif sind, und alle fangen an zu faulen. Dank klimawandelbedingter Trockenheit nicht in diesem Jahr, und so wollten ein paar Kilo verarbeitet sein. Zu Marmelade und Amarenakirschen.


Mit Cashew, Koriandergrün und Reis als Beilage wird der grüne Spargel perfekt asiatisch.
Zuviel Rote Beete geht gar nicht, also wenigstens zur Abwechslung mal als Suppe.
Das beste, was das Frühjahr zu bieten hat! Merke: Was zusammen reif ist, passt auch gut zusammen.
Zitronensäure und Zucker machen das Gehirn kaputt - aber welch glorreiche Art, sich die grauen Zellen zu zerschießen! Un gelato al limon...
In Spanien wird den Touristen Paella gerne mit Hühnchen und Meeresfrüchten serviert - das ist schließlich die teuerste Variante. Aber eigentlich macht man Paella entweder mit Fleisch, also Hühnchen, Kaninchen, Ente etc. (die Landesinnere-Version) oder mit Fisch und Meeresfrüchten (die Küstenversion, eine paella de mariscos). Dass man aber auf eine Fleischpaella zur Dekoration ein paar schöne große, rote Garnelen gibt, hat auch den Leuten abseits der Küste gut gefallen. Nur konnte sich die Garnelen nicht jedermann leisten. Daher brät man gelbe und rote Paprika in Streifen und nutzt die als Deko, sieht fast genauso aus;)) Außerdem gibt die Paprika durch das langsame Braten in viel Öl einen guten Geschmack. Die Zubereitung ist im Prinzip einfach, aber man muss sich an ein paar Regeln halten. Am besten https://www.youtube.com/watch?v=zrSyyNugKYo folgen!
Mit dem gerade gemachten Hollersaft konnte der erste Hugo des Sommers kreiert werden.
Das schwierigste an der Produktion von Holunderblütensirup ist die Ernte der Blüte von den sehr hohen Büschen im Garten an einem Platz, an dem man keine Leiter aufstellen kann! Dafür waren die Blüten sehr schön und hatten keine Läuse!
Tintenfisch, Bratkartoffeln, Grüne Sauce, Caprese, Serrano mit Melone und Hummus - einmal Tapas mit allem (allen Resten), was halt so da ist, passt wunderbar!
Zum Rindfleischtopf gab es Kartoffelpüree und eine Gurkenraita.
Die Kichererbsensuppe mit Tomaten wird mit Salzzitronen verfeinert und von Röstbrot mit Cannellinibohnen begleitet, darauf Sauerampfer. Eine tolle Frühlingskombination!
Dank Corona-Backwahn habe ich auch dieses Rezept von Hannes Weber endlich einmal ausprobiert. Es ist zwar etwas aufwendig, aber das Ergebnis lohnt die Mühe - ein sehr kompakter, saftige, feinporiger Teig, das Brot ist wesentlich geschmackvoller als gekauftes Weizentoastbrot. Und natürlich viel gesünder;))
Streuselkuchen braucht sehr guten Hefeteig, perfekte Streusel und - damit er nicht trocken ist - eine Schicht Schmand zwischen Teig und Streuseln. Am besten schmeckt er frisch, aber wenn er gut gelungen ist, lässt er sich auch gut einfrieren.
Die wunderbar gelungene Lammkeule verbrachte einen Tag in der Marinade (Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Olivenöl) und dann fünf bis sechs Stunden bei 100° C im Ofen. Dazu - grüner Spargel, was sonst? Der Osterkuchen muss natürlich auch auf den Frühling Bezug nehmen: Rhabarber auf einem seltsamen Quarkteig, der aber sehr gut schmeckte, oben drauf recht gut gelungenes Baiser.

Eigentlich ist es ja der Karsamstag, aber bei diesem Menü eher schon vorösterlich. Der Samstag war nun einmal der wärmste Tag in einer Reihe von sehr schönen Sonnentagen, und irgendwann muss man ja mal angrillen.
Fasten ist es nicht, aber immerhin kein Fleisch am Karfreitag. Die sehr leckere Frühlingsforelle wurde von Risotto mit grünem Spargel begleitet, der ja bekanntlich zu fast allem gut passt.

Sieht schön aus, nach einem langen Winter ohne Basilikum und Tomaten erfreut es aber nicht nur das Auge.
Endlich grüner Spargel! Und er passt so wunderbar zu allem möglichen, auch zu und ins Risotto. Hier als Sonntagsessen mit Kalbsschnitzelchen, in der Luxusvariante mit Hollandaise.
Genau genommen ist es Entenbrust. Im Prinzip genauso zubereitet wie das letzte Sonntagsessen - Lende in Calvadosrahm. Fleisch anbraten und im Ofen bei geringer Hitze fertig braten. Puderzucker karamellisieren, Zwiebeln dazu, mit Aroma-Schnaps/Likör ablöschen (hier Cointreau). Einkochen, Brühe angießen, wieder einkochen, Früchte dazu (hier also Orangenfilets), köcheln lassen, pikant abschmecken, ggf. andicken. Den beim Braten entstandenen Bratensaft kann man auch noch zum Schluss in die Sauce geben. Superbe!
14 g frische Hefe hatte ich noch! Mit einem TL Trockenhefe reichte das für zehn sehr schöne mürbe Weck (oder Einback, wie es anderswo heißt).
Von all den Tipps, was man in häuslicher Isolation bzw. in Zeiten des Social Distancing so machen könnte, scheint das Brotbacken bzw. überhaupt irgendwas Backen am meisten durchgeschlagen zu haben - Mehl, Hefe und Sauerteig sind ausverkauft! Wobei frische Hefe schon Wochen vor der Coronakrise schwierig zu bekommen war - liegt das eventuell daran, dass unser gesamter Bedarf an Frischhefe in China produziert wird?!? Wie auch immer, ein Stück war noch da, also bzw. ein Würfel. Wenn man nach Hannes Weber ("Lust auf Backen") wenig Hefe für einen Teig verwendet und ihm dafür lange Zeit zum Reifen lässt, am besten über Nacht im Kühlschrank, wird nicht nur das Ergebnis besser, die Hefe reicht auch für mehr Backwaren, auf dass man dem Backwahn noch ein bisschen länger frönen kann! So kam es, dass ich endlich die Tschibo-Silikonbackform mit Hanfschem Brot ausprobierte (ein Weizenmischbrot mit Haferkleie, Leinsamenschrot und Sesam) und, ebenfalls zum ersten Mal, Laugenbrezn backte - die sind ziemlich aufwendig in der Herstellung, aber leider - bis auf die Form (!) - sehr gut gelungen. Das Breznformen sollen sie in Bayern machen, in Hessen tun's auch schöne Weck;))
Bei einem traditionellen Klassiker aus dem Bereich der Backwaren wie der Dresdner Eierschecke gibt es natürlich eine Menge unterschiedlicher Rezepte. Bei diesem Kuchen ist man sich sogar uneins, ob er mit einem Hefeteigboden oder einem Rührteigboden gemacht wird. Womöglich sind auch Mürbeteig und Keksboden im Umlauf. Ein bekannter Dresdner Koch lieferte mir via mdr das Rezept, das einen Hefeteig verlangt. Der sehr weiche Teig ging zwar sehr schön auf und war trotz seiner Zartheit gut zu verarbeiten, aber er litt unter der langen Backzeit. Die brauchen Quarkmasse und Eierguss aber. Desweiteren sind Profiköche bei ihren Angaben oft recht unpräzise, weil sie - den industriellen Ablauf gewohnt - bestimmte Hürden im Herstellunsgprozess gar nicht auf dem Schirm haben. So ist es kontraindiziert, die Butter in den noch ziemlich heißen Pudding einzurühren, dann schmilzt sie nämlich und gerinnt vielleicht sogar. Dann auch noch die Eigelbe dazu, die auch zu gerinnen drohen, und die Masse ist alles andere als fluffig. Zwar konnte ich Totalausfall durch kräfitges Rühren und durch ein Sieb streichen verhindern, aber es ist ratsam, einfach den Regeln für die Buttercreme bei der Donauwelle zu folgen (Pudding auf ganz lauwarm abkühlen lassen und sehr weiche Butter mit dem Handrührgerät unterrühren). Das Ergebnis ist für einen ersten Versuch aber nicht schlecht! Zum Erreichen der ultimativen Eierschecke, wie in Dresden im Café Kreutzkamm gegessen, muss aber noch experimentiert werden!
Kochen ist in Corona-Zeiten natürlich ein wunderbares Hobby. Die Lende bei 120° C für 30 min im Backofen war sehr schön auf den Punkt, das Sahnesößchen mit Calvados und Äpfeln sehr apart und der Lauch dank der Eingebung mit Mango passte gut dazu. Die Rösti wäre perfekt geworden, wenn sie nicht beim Drehen kaputt gegangen wäre (falsches Werkzeug), aber das ließ sich leidlich reparieren und man sieht es im portionierten Zustand auch nicht.
Die erste grüne Sauce, pünktlich zu Frühlingsbeginn, und fast alles wächst schon im Garten, so dass ein gekauftes Paket völlig ausreichte (an Kerbel, Kresse und Borretsch fehlt es halt doch noch, und Petersilie wächst ja grundsätzlich nicht in unserem Garten).
Dresden überzeugt mit einer vielfältigen Gastronomie - vielleicht etwas mehr russische als thailändische Restaurants, aber auch klassische regionale Küche und ihre moderne Version gibt's allerorten. Im Barcelona, einem sehr netten Tapas-Restaurant, konnte ich die Tapas nur optisch bewerten, denn der Fischteller war als Hauptgericht konzipiert und völlig ausreichend!
Aus der Vielfalt der russischen Teigtaschen wählte ich in Dresden im AljonuschkA die mit Kartoffeln gefüllten Wareniki mit Schmand und Zwiebeln, die sehr gut waren, aber netterweise noch Platz ließen für einen Pfannkuchen mit Apfelbrei.

Zum Abendessen mit Lachs, Daal, Blattspinat und gerouilleten Katoffeln (gekochte Kartoffeln mit Rouille verfeinert) gab es ein Hefe-Fladenbrot - was man aus einem Rest Hefeteig halt so machen kann.
Die Einmal-quer-durch-den-Kühlschrank-und Vorratskeller-Gemüsesuppe mit Nudeln war zwar im Grundsatz eher italienisch, wurde aber mit französischer Rouille serviert. Diese Knoblauch-lastige Creme aus Brot, Ei, Paprika und Öl hebt die ohnehin schon sehr gute Suppe auf ein anderes Level.
Nichts wirklich neues, aber wenn es so sensationell schmeckt, muss man es eben dokumentieren. Die Spinat-Feta-Sauce wird ergänzt von frisch gerösteten Haselnüssen und Radieschensprossen.
Am besten nimmt man gekochten, eingefrorenen Reis, der ist schön trocken. Dazu Kidneybohnen, die aus der Dose kommen, dann aber trotzdem erstmal mit Zwiebeln und Lorbeer gekocht werden, bis sie so richtig weich sind. Dazu nach Belieben Fruchtiges (Ananas, Mango, Rosinen), Nussiges (Pistazien, Mandeln, Cashew), Kräuter, Zwiebeln und Gewürze. Und ein Stückchen Lachs:))
Torte ist eh nicht mehr so beliebt, und ein bisschen Sahne auf dem Kirschkuchen reicht ja auch.
Was am Sonntag halt so übrig ist: Zwei türkische Dips mit Karotte und Rote Beete, indisches Daal, japanisches Räuchertofu mit thailändischer Austernsauce und deutsche Kartoffeln.
Ebenfalls von Anna Jones: Bowl mit Sobanudeln (japanische Buchweizennudeln), frischen Saubohnen, Grapefruit, Kresse und Mandeln. Dazu ein Dressing mit Koriander und Granatapfelsirup.
"The Modern Cook" Anna Jones ist der letzte Hype unter den Köchinnen. Das Kochbuch ist sehr schön, die Rezepte kreativ, aufwendig und schön gesund. Man muss sich den Rezepten aber mit Hingabe zuwenden, sonst ist es zu anstrengend;) Der erste Versuch war schon mal genial: Blumenkohlreis. Nicht Reis mit Blumenkohl, sondern Reis aus Blumenkohl. Der Blumenkohl wird zerrieben, bis er fast so klein ist wie Reiskörner, dann in der Pfanne goldbraun gebraten. Sehr, sehr lecker! Mit einem erfrischenden Koriander-Minze-Chutney, dazu Süßkartoffelpüree und Blattspinat.
Ein Originalrezept aus dem neuen Toskana-Kochbuch. Kichererbsenmehl, Wasser, Salz, sonst nix. Kann eigentlich nicht funktionieren, denn da ist ja kein Kleber bei (kein Gluten, kein Ei...). Heraus kam eine Art Omlette. Aber ganz lecker, und sehr sättigend. Und bestimmt sehr gesund;)
Ein sensationelles, super einfaches Rezept für Spinatsalat von Ottolenghi, mit Datteln, Zwiebeln, Essig, Öl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und gerösteten Mandeln. Dazu Perlgraupenrisotto, leicht tomatig, mit einem Topping aus Feta in Kümmel-Olivenöl mariniert.

Ist doch schön, wenn das neue Jahr beginnt, wie das alte geendet ist: Diesmal keine Silvester-Reste, dafür ein Stückchen letzter Seeteufel, der von Weihnachten übrig war (in der Gefriertruhe!), mit Kräuterkruste und karibischem Reis.
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