essen und trinken hält leib und seele zusammen
Den traditionellen Räucherfisch-Schnittchen am Abend des ersten Feiertags folgte das fast schon traditionelle Raclette am zweiten Feiertag, das erst keiner wollte, dann aber allen sehr gut geschmeckt hat und das keiner fotografiert hat.
Den Auftakt zur Weihnachtsschlemmerei machte eine Sachertorte, die sich zwar partout nicht vernünftig fotografieren ließ, aber mit ihren drei Böden, Marillenmarmelade und Ribislgelee, Schokoladenganache und Kuvertürenüberzug ordentlich was her machte, selbst ohne Weihnachtsdekoration. Es folgten Fischsuppe, Goldforellen mit Kartoffelgratin, Parfait vom Gudbrandsdalen (norwegischer Molkekäse) mit Heidelbeerkompott sowie am ersten Feiertag überbackene Jakobsmuscheln, Rehkeule aus hessischen Wäldern mit Rotkohl und Semmelknödeln. Zum Abschluss eine weihnachtliche Tiramisu mit Marzipan, Schokobisquit und Mandeln.



Der Trend zu Süßkartoffelecken als alternative zu Pommes kommt aus den USA und setzt sich hierzulande in modernen Burger-Gourmettempeln durch, und nicht ohne Grund! So einfach auch für zuhause, dazu Remoulade und irgendein Gemüse (vorzugsweis nicht a l'américaine, sondern ordentlich gewürzt) - da braucht's gar keinen Burger!
Nochmal Kürbisrisotto, ausnahmsweise mit Fleisch. Die hervorragenden Lammwürstchen aus der Region geben dem Risotto den geschmacklichen Kick, sind aber auch optisch ein Highlight.
Der schöne Name irrt: Die roten Beete sind gekocht. Aber optisch ähnelt es einem Carpaccio. Die Sauce bekommt durch Birnen und Ahornsirup eine süße Note, die sehr gut mit der erdigen Beete harmoniert. Das aromatische I-Tüpfelchen ist der Koriander. Ist aber nur was für Liebhaber.
Nach den nicht ganz so perfekten Kartoffelgnocchi im Sommer hier der herbstliche Versuch mit Maronen (Kartoffeln sind natürlich auch drin). Sogar mit frischen Maronen, die erst im Ofen gebacken und dann in Milch gekocht werden. Dazu eine Pilzsauce und gebratener Rosenkohl, die eigentliche Offenbarung dieses Rezepts: Wenn man sich die Mühe macht, den frischen Rosenkohl in einzelne Blättchen zu zerteilen und ihn erst scharf anbrät und dann mit einem Schuss weißem Portwein bissfest gar köchelt, ergbit sich ein völlig neues Geschmackserlebnis, das mit dem kohlig-verkochtem Rosenkohl, mit reichlich Fett (fast, manchmal auch ganz) zu Brei gewordenem Schrecken der Kindheit so rein gar nichts zu tun hat. Der Aufwand mit den Maronen lohnt allerdings nur bedingt, da die Gnocchi zwar gut, aber nicht besonders maronig schmecken.
Lauch - das unterschätzte Gemüse. Hier nach einem türkischen Rezept gedünstet und mit leicht süßlichem Akzent. Dazu Gemüsecouscous und Welsfilet.
Einmal quer durch den Kühlschrank mit Kartoffeln und Rote Beete Schaum.
Dem traditionellen Risottorezept folgend, werden 200 g grob geraspelter Butternusskürbis mit dem Reis angebraten und geköchelt. Am Ende ist vom Kürbis fast nichts mehr zu sehen, aber es schmeckt hervorragend. Dazu - sowohl optisch und geschmacklich noch einen drauf setzend - gebratener Hokkaido.
Optisch dem Original sehr nahe, aber mit weniger Sahne und mehr Schokolade.
Sieht aus wie eine Mezzetafel, ist aber eine ganz und gar deutsche Zusammenstellung: Rosenkohl, rote Beete, Kartoffelpüree. Ok, der Joghurt dazu erinnert doch an östliche Gefilde;)
Die Äpfel des immer schiefer werdenden Baumes eignen sich nur zum Essen, wenn man sie bis Ende Oktober hängen lässt. Bis dahin sind aber die meisten gewurmt, verfault oder von den Vögeln angepickt. Zu Saft verarbeiten kann man sie schon früher, und der eignet sich hervorragend für Gelee. Dank Entsafter ein Kinderspiel.



Bei den selbstgemachten Gnocchis kommt es in erster Linie auf die Kartoffeln an, und trotz der standardisierten Produktion heutzutage kann man nicht davon ausgehen, mit derselben Sorte dieselben Ergebnisse zu erzielen, das ist eher wie Lotterie. Diese hier waren ok, aber zu weich, vielleicht hätte etwas Mehl geholfen, aber da waren sie schon gegessen. Dazu Kürbissauce und rote Beete. Zumindest optisch nicht schlecht.
Ja, es gab Jamies Ribs zum Geburtstagsmenü, aber dieses Jahr vom Lamm! Dazu passten natürlich wunderbar ein paar Mezze, orientalische Gemüse und Ingwercreme mit Brombeeren und Maracuja zum Dessert. Dazu zum ersten Mal die vollständige Last Night of the Proms, dank Internetübertragung der BBC.



Zum Geburtstagsvorabendmenü (da Geburtstagsmenü am darauffolgenden Samstag, siehe nächster Post) kamen die wunderschönen Herzmuscheln gerade recht. Da essen die Italiener keinen Käse dazu? What do I care? Beim Caprese aber keine Abweichungen. Besser geht's nicht.

Diemal waren Pinienkerne zur Hand, allerdings war das Pesto alles andere als traditionell, nämlich mit Koriander, Minze, Cashew, Palmzucker und Austernsauce. Wird besonders schön grün und schmeckt fast besser als das traditionelle Pesto. Besonders bemerkenswert: Kein Knoblauch! (und trotzdem so gut;)
Nach all den Mezze musste mal wieder eine ganz andere Geschmacksrichtung her, ein Thai-Menü mit altbewährten und ganz neuen Rezepten: Miang Som, sauer-scharfe Garnelensuppe und dann, als Experiment, ein Wolfsbarsch, der im Bräter in reichlich Öl frittiert wird und mit einer süß-sauren Paprikasauce serviert wird. Fast eher chinesisch, das liegt an den nicht unerheblichen chinesischen Einflüssen auf die thailändische Küche. Jedenfalls sensationell!



Wenn man sonst nichts da hat, hat man, zumindest im Sommer, Basilikum - aber oft keine Pinienkerne. Pesto geht aber auch prima mit Mandeln oder anderen Nüssen, und Olivenöl und Parmesan hat man immer, auch wenn man sonst nichts hat.
Mezze aus verschiedenen Küchen des Nahen Ostens, darunter dicke Bohnen-Eiersalat und geschmorte Birnen mit Feta. Immer sehr gut passt auf die Mezzetafel ein Pico de Gallo, den ich aber nicht original mexikanisch, sondern europäisiert mit Balsamico mache.
Allein die Farbe macht Freude, wenn man nur ganz frische und aromatische Zutaten nimmt, schmeckt er aber auch.
Die sensationellen frischen Datteln aus dem Iran (bzw. dem türkischen Supermarkt) werden mit aus Ziegenjoghurt selbst gemachtem Frischkäse gefüllt. Nicht nur optisch ein Highlight auf jeder Mezzetafel.
Die andere würzige Sauce zu Fisch, nämlich Chermoula aus Marokko, würde ich im Gegensatz zu Chraimeh durchaus als edgy und daher nur für furchtlose Gäste geeignet bezeichnen. Basis sind die in Salz eingelegten Zitronen - ganz einfach selbst zu machen -, die neben dem stark sauren Geschmack auch ein bisschen seifig daher kommen - die Dosierung macht's! Mit den grün-gelben Bohnen und Reis mit Röstzwiebeln ein Festmahl!
Zum sommerlichen Levante-Menü gab es gleich nochmal Fisch mit Chraimeh, denn diese Sauce ist zwar außergewöhnlich, aber auch nicht zu edgy für Gäste (zumindest, wenn man beim Chiligehalt ein bisschen gemäßigt bleibt). Der Lachs musste geschuppt werden - es gibt immer ein erstes Mal!

Davor gab es Hummus, Baba Ganoush, Kohlrabi und Salat, dazu Paschareis und Karottengemüse.

Chraimeh ist eine süß-saure Sauce mit Tomatenmark und Gewürzen, die zu Fisch gegessen wird, ein Rezept libyscher Juden, natürlich aus dem Jerusalem-Kochbuch.
Sommerzeit ist Erbsenzeit. Das Jerusalem-Rezept für Pasta mit Erbsen und Joghurt ist immer wieder ein Genuss und lässt sich gut variieren, hier mit Feta und Cashew.
Im türkischen Supermarkt gibt es allerlei, was üblicherweise nicht im Supermarkt zu kriegen ist, dazu gehören auch die frischen Okraschoten. Sie sind zwar gut gelungen, aber mein Lieblingsgemüse werden sie nicht. Die als Topinambur angebotene Knolle konnte ebenfalls keine Begeisterung hervorrufen - es handelte sich mit Sicherheit auch nicht um Topinambur, sondern irgendeine andere Knolle. Aber der Fisch war gut;)
Die Frikadellen aus dem Jerusalem-Kochbuch konnten nicht ganz überzeugen. Der erste grüne Spargel mit Orangen-Vinaigrette dagegen schon.
Ein arabisch-spanisch inspiriertes Menü mit Schwerpunkt Meer. Gefüllte Calamares, Miesmuscheln, Kabeljau, Couscous, Bratkartoffeln und Dips.
Wunderbar gelungen: Ein rustikales Baguette mit Sauerteig. Der Teig wird einfach zusammen gerührt und reift über Nacht im Kühlschrank. Am nächsten Tag einfach nur in Form bringen, auf dem Pizzastein im wirklich heißen Backofen backen und mit Butter und Fleur de Sel genießen. Hält sich gut frisch, lässt sich aber nicht so gut einfrieren - bzw. muss nach dem Auftauen sofort verzehrt werden, da es sonst schnell austrocknet und gar nicht mehr schmeckt.
Anhand eines Rezepts von Hannes Weber improvisiert, da Passionsfruchtpüree schwer zu bekommen ist. Mit frischen Maracujas und einem Mango-Maracuja-Smoothie ließ sich die Eier-Sahne-Creme aber auch sehr zufriedenstellend herstellen und zwischen den fünf Böden verteilen.
Ein Klassiker aus meiner Kindheit, von Omi in Formvollendung gerollt, allerdings nur mit Marmelade und nicht wie hier mit Zitronencreme. Technisch noch nicht ausgereift, aber geschmacklich recht gut. Die bunten Streusel passen zu Fastnacht und Geburtstag.
Der Mini-Pak Choi ergibt ein schnelles Abendessen, hier in Ingwer-Knoblauch geschmort und mit japanischen Nudeln und mariniertem Tofu serviert.
Mal wieder ein Rezept für Zitronenkuchen: Ziel ist es, an die amerikanischen Art à la Starbucks heranzukommen. Dieser hier wird mit Butterschmalz und gekochtem Vanillepudding gemacht und ist schon recht gut.
Das Asiatraumbüffet bei Stefans Party kam sehr gut an! Zur Vorspeise gab's Miang Som (Thailand) und Frühlingsrollen (Vietnam), als Hauptgerichte Adas Polo (Persien), gelbes Curry (Indien) und Hähnchen süß-sauer (China), als Dessert Ingwercreme mit Mango-Passionsfrucht-Sauce (eklektisch), Tiramisu (klassisch) und Brownies (geht immer).

Der Sieger der Fünf-Suppen-Orgie zum Weihnachtsstammtisch: Sellerie-Fenchel. Hier abgewandelt mit Meerrettich. Gebratene Champignons als Einlage.
Lachs passt ja zu fast allem - auch zu Süßkartoffel-Curry und gebratenem Lauch.
Ein Rezept aus der Kindheit - typisch 70er Jahre: Lende mit Curry-angehauchtem Sahnesößchen, gebackenen Bananen und Kirschen. Sehr exotisch! Die anfänglichen Versuche der Deutschen, internationale Einflüsse in ihre Küche hinein zu lassen, sind aus heutiger Sicht zwar z.T. eher lustig, aber schmecken tut's trotzdem immer noch! Toast Hawai müsste man auch mal wieder machen!
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